Internet revolutioniert Forschung und Prävention

Das Internet ist ein mächtiges Werkzeug zur Früherkennung problematischen Spielverhaltens und zur Spielsucht-Prävention. Das ist eine der Kernaussagen des 1. bwin Network-Dialogs zum Thema „Spielerschutz im digitalen Zeitalter“, der am 28. Oktober in Wien stattfand. Howard J. Shaffer, Direktor der Division on Addictions (DOA), Cambridge Health Alliance und Associate Professor der Harvard Medical School sowie Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Musalek, Institutsvorstand und ärztlicher Leiter des Anton-Proksch-Institutes, teilten ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Suchtforschung mit den zahlreichen Teilnehmern des Network-Dialogs. Über 50 Experten aus Wissenschaft, Suchtpräventionseinrichtungen, Drogenkoordinationsstellen, Unternehmen sowie Vertreter des Gesundheitsministeriums und der Internet-Wirtschaft diskutierten über den Stand der Forschung sowie über daraus abzuleitende Maßnahmen zum effektiven Spielerschutz.

Die Veranstaltung können Sie in voller Länge als Videocast abrufen. Bitte klicken Sie hier: Videonachlese 1. bwin Network-Dialog.

Forschung im Dienst des Spielerschutzes
„Ziel unserer Forschung ist die Schaffung eines Bestandes wissenschaftlicher Evidenz, die uns bei der Entwicklung sicherer Spielumgebungen und effizienter Spielerschutz-Programme helfen", so Shaffer. Aus der Kooperation zwischen bwin und der Division on Addictions, einer seit 17 Jahren international renommierten Institution für Suchtforschung, ist eine empirische Pionierarbeit entstanden. Nie zuvor hat eine Forschungseinrichtung kontinuierlich in einer Größenordnung von über 40.000 Datensätzen reales Online-Spielverhalten untersucht. Diese Datensätze wurden der DOA von bwin unter strenger Einhaltung aller Datenschutzbestimmungen zur Verfügung gestellt. „95 bis 99 Prozent der Spieler legen ein sehr moderates Spielverhalten an den Tag, passen sich sehr schnell an das Medium Internet an und spielen kontrolliert“, so Howard Shaffer über die Ergebnisse der Studien. Die Gründe für abweichendes Verhalten und die Entwicklung von Kriterien, mithilfe derer potenziell gefährdete Personen möglichst früh identifiziert und gewarnt werden können, stehen im Mittelpunkt der Forschungsarbeit der nächsten Monate.

Entwicklung eines Frühwarnsystems
Vor 2007 basierten weltweit zwei Drittel aller wissenschaftlichen Artikel zum Thema Online-Spielsucht auf Spekulationen, der Rest auf der subjektiven Selbsteinschätzung von Spielern. Dieses Bild hat sich – nicht zuletzt aufgrund der 14 Publikationen* der DOA, Harvard Medical School – gewandelt. Heute bildet das tatsächlich beobachtete Verhalten die Datenbasis für etwa ein Drittel aller veröffentlichten Artikel. Der Kooperation ist ein revolutionärer Durchbruch in der Suchtforschung gelungen. „Basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahre ist es heute möglich zu sagen: Wir werden in der Lage sein ein Frühwarnsystem zu entwickeln, mit dem Gefahren und Probleme im Zusammenhang mit Online-Gaming frühzeitig erkannt und entsprechend minimiert werden können“, kündigt Howard Shaffer an.

Behandlung von Spielsucht eine therapeutische Herausforderung
Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Musalek, Institutsvorstand und ärztlicher Leiter des Anton-Proksch-Institutes, machte klar, dass es sich bei pathologischem Glücksspiel um eine Suchterkrankung handelt und nicht – wie in Wissenschafterkreisen immer noch diskutiert – um eine Zwangsstörung oder impulsives Verhalten. Spielsucht tritt laut Musalek meist in Kombination mit oder in Folge von anderen Störungen auf, besonders häufig mit Depressionen, Angststörungen oder Alkoholabhängigkeit. „Suchterkrankungen treten meist dann als Krankheiten in Erscheinung, wenn der Betroffene in eine ohnedies problematische Lebenssituation gerät“, so der Leiter der größten Suchtklinik Europas. Sucht ist ein hochkomplexes Phänomen, das in der klinischen Praxis auch therapeutisch eine Herausforderung darstellt. Musalek stellte jedoch klar, dass Spielsucht sehr gut therapierbar ist, wenn sie früh genug erkannt und behandelt wird.

Spielerschutz und Prävention im digitalen Zeitalter
Um Früherkennung, Prävention und Intervention geht es bwin im Bereich Corporate Social Responsibility. bwin präsentierte im Rahmen des Network-Dialogs konkrete Maßnahmen, die das Unternehmen aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der DOA ableitet. Das Ziel ist es, Spielerschutzmaßnahmen auf ein solides wissenschaftliches Fundament zu stellen und die Ergebnisse der Forschung kontinuierlich in den Ausbau der bwin Responsible-Gaming-Tools einfließen zu lassen. Der Vision, mit Hilfe eines Algorithmus problematisches Spielverhalten frühzeitig erkennen und darauf reagieren zu können, ist bwin mit den aktuellsten Forschungsergebnissen ein großes Stück näher gekommen. Transparenz und der Wille, das gewonnene Wissen zu teilen, nehmen dabei entsprechend dem Leitsatz „Share and Win“ einen ganz besonderen Stellenwert ein. Nicht nur die Ergebnisse der Forschungsarbeit, sondern auch die bwin-Datensätze werden der Öffentlichkeit im Rahmen des „Transparency Project“ zugänglich gemacht.

*Die eine Hälfte dieser Studien basiert auf tatsächlich beobachtetem Verhalten, die andere auf Literaturarbeiten und Auswertungen von Sekundärdaten.